Sylt braucht 4.150 neue Wohnungen

GEWOS-Studie: Großes Potenzial in List
Attraktiver Dauerwohnraum gilt auf Sylt als Mangelware. Die Erkenntnis darüber, wie viel Wohnraum in Zukunft gebraucht wird, war bislang wenig gesichert. Das unabhängige Beratungs- und Forschungsinstitut GEWOS kommt in seiner aktuellen Studie „Zur Wohnraumversorgung auf der Insel Sylt“ und im Speziellen auch zu den Entwicklungen in List zu folgendem Schluss:

Der Wohnungsmarkt in List hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt. Auch die wirtschaftliche Entwicklung in der Gemeinde sowie auf der Insel Sylt insgesamt verläuft positiv, neue touristische Angebote wie Lanserhof und Dünenpark schaffen gute Voraussetzungen, um die Gemeinde List als Arbeits- und Wohnort weiter zu stärken. Allerdings fällt die Entwicklung der Gemeinde List und auch der Insel insgesamt im Vergleich zum übrigen Kreis Nordfriesland weniger dynamisch aus. Ein angespannter Wohnungsmarkt mit Wohnungsengpässen und hohen Miet- und Kaufpreisniveaus, der zu Abwanderungen führt, sowie eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Pendlerverbindungen zum Festland beeinträchtigen die Entwicklungspotenziale der Inselentwicklung.

Im Dünenpark List auf Sylt entstehen auf 18 Hektar bezahlbarer Wohnraum für Insulaner und eine Ferienhaussiedlung.

 

Anderseits gibt es viele Arbeitsplätze, die aufgrund der Arbeitszeiten und weiterer Anforderungen (Bereitschaftsdienst etc.) nur mit auf der Insel wohnenden Arbeitskräften besetzt werden können. Zur Sicherung der Insel Sylt als attraktiver Wohn- und Arbeitsort müssen daher zielgruppengerechte und bezahlbare Wohnungsangebote geschaffen werden. In Summe ist inselweit von einem Neubaubedarf von rund 4.150 Wohnungen bis 2035 auszugehen. Aufgrund des aktuell bereits bestehenden Defizits an Arbeitskräften, das die wirtschaftliche Grundlage der Insel beeinträchtigt, ist vor allem kurz- und mittelfristig bedarfsgerechter und bezahlbarer Wohnraum für die
Dauerwohnbevölkerung auf Sylt zu schaffen.

Bis 2025 beläuft sich der im Rahmen der GEWOS-Studie ermittelte Neubaubedarf auf rund 2.880 Wohnungen, im Durchschnitt müssten bis 2025 rund 360 Wohneinheiten pro Jahr fertiggestellt werden. Im Vergleich zur vergangenen Bautätigkeit auf der Insel ist somit eine deutliche Intensivierung erforderlich. Angesichts der Knappheit vor allem im unteren und mittleren Preissegment ist es erforderlich, den zusätzlichen Wohnungsbau möglichst auf bezahlbare Wohnungsangebote zu fokussieren.

Die fünf Inselgemeinden sind als eine gemeinsame Wohnungsmarktregion anzusehen, wobei die Nachfrage räumlich dem verfügbaren Angebot auf der Insel folgt. Das bedeutet, der Wohnungssuchende wird sich in der Gemeinde „niederlassen“, in der die aus seiner Sicht attraktivsten Wohnraumangebote in Bezug auf Lage, Qualität und Preis angeboten werden. Wohnungspolitik und Baulandpolitik allein auf kommunaler Ebene greifen damit zu kurz, um das Ziel einer nachhaltigen Flächen- und Wohnraumentwicklung zu erreichen. Die Aktivierung der Flächenpotenziale für rund 320 Wohneinheiten in der Gemeinde List kann einen wichtigen Schritt für die Bereitstellung von bedarfsgerechten Wohnraum auf Sylt und somit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Insel als attraktiver Wohn- und Arbeitsort darstellen.

 

Der Artikel ist auch am 26. Oktober als Sonderausgabe “List – innovativ, insular und sozial” in der Sylter Rundschau und im gesamten Verbreitungsgebiet des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages sh:z erschienen.

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